Verschiedene Arten von Mikroorganismen kommen in Stallungen von landwirtschaftlichen Nutztieren vor. Vor allem handelt es sich um Viren, Pilze, Bakterien und parasitäre Dauerformen, welche unter bestimmten Voraussetzungen Krankheiten auslösen. Im Zusammenhang mit haltungs- und fütterungsbedingten Faktoren kann auch das Stallklima eine Dauerbelastung des tierischen Organismus bewirken. Diese Belastung tritt nicht als sichtbare Krankheit in Erscheinung, wirkt sich aber leistungsmindernd aus und wird allgemein als " Stallmüdigkeit " bezeichnet.
Wenn die Haltungsbedingungen ungünstig sind, können sonst ungefährliche Keime stark anwachsen und somit zum Ausbruch so genannter " Faktorenkrankheiten " führen. Das Ansteigen der Keimzahlen wird durch die sorgfältige Stallhygiene verhindert, was zur Sicherung der Produktivität beiträgt. Ein speziell auf die Tierart abgestimmtes Hygienemanagement ist die Voraussetzung für eine systematische Stallhygiene. Es umfasst die gründliche Reinigung der Stallungen und die sorgfältige Desinfektion unter Verwendung wirksamer Desinfektionsmittel. Der Hygienezustand, der durch die Desinfektion erreicht wurde, soll nach Möglichkeit auch erhalten bleiben, wenn der Stall belegt ist. Durch zugekaufte Tiere, Ausscheidungen der Tiere, Futter, Personal, Besucher und Ungeziefer ( Fliegen, Käfer, Schadnager ) kann es immer wieder zum Anstieg der Keimzahl kommen. Neben der Schlussdesinfektion ist es deshalb erforderlich, als Vorbeugung die regelmäßige und kontinuierliche Desinfektion in teilgeräumten Stallabteilungen durchzuführen. Wegen der unterschiedlichen Keimzusammensetzung in den Ställen ist der gezielte Einsatz von speziellen Desinfektionsmitteln erforderlich. Mit den Desinfektionsmitteln werden die wichtigsten Keimgruppen ( Viren, Pilze und Bakterien ) gleichzeitig bekämpft.
Gegen Dauerformen von Endoparasiten ( Wurmeier und Kokzidien-Oozysten etc. ) müssen in der Regel Präparate mit spezieller Zusammensetzung getrennt angewendet werden.
Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft ( DVG ) veröffentlicht eine " Liste der nach den Richtlinien der DVG geprüften und als wirksam befundenen Desinfektionsmittel ", um Tierarzt und Tierhalter eine Entscheidungshilfe für die Auswahl der geeigneten Produkte zu geben. Diese Liste enthält Angaben über die Wirkstoffe der Produkte, den Wirkungsbereich, die notwendige Anwendungskonzentration und der Mindesteinwirkungszeit. Hierbei ist auf eine kurze ( 2 Stunden ) Einwirkungszeit zu achten.
Alle Desinfektionsmittel sind bei einer Anwendungstemperatur von 20 °C geprüft. Bei niedrigen Temperaturen ( bei 10 °C ) müssen aldehydische Produkte um den Faktor 3 bzw. organische Säuren enthaltende Produkte um den Faktor 2 angehoben werden.
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Die gründliche Reinigung
Jede Verschmutzung setzt die Wirksamkeit der verwendeten Desinfektionsmittel bedeutend herab. Es ist deshalb erforderlich vor jeder Desinfektionsmaßnahme alle Stallflächen ( Wände, Decke, Boden, Lüftungssysteme, Geräte und Stalleinrichtungen ) gründlich zu reinigen. Es ist auf die wasserunlöslichen Fettschichten auf der Stallfläche zu achten, diese Fettschichten führen durch die Einbindung von Schmutz und Keimen zu einem schlechten Reinigungseffekt und somit zu einem Wirkungsverlust bei der nachfolgenden Desinfektion. Alle Stallflächen mit einem Hochdruckreiniger oder einer Einweichtechnik vorweichen, die Reinigungslösung mittels Ausbringtechnik ( z.B. die VETEC-Desinfektionsspritze ) auf die Flächen sprühen, einwirken lassen und mit dem Hochdruckreiniger alle Flächen reinigen.
Die erfolgreiche Desinfektion
Zur Unterbrechung der Infektionsketten muss auf allen Stallflächen eine weitgehende Keimzahlverminderung erreicht werden. Nach der gründlichen Reinigung geschieht dies durch eine gründliche Desinfektionsmaßnahme. Nach der Reinigung müssen alle Stallflächen abtrocknen ( Grauschimmer ), da es sonst zu einer Verdünnung der Desinfektionslösung auf der Fläche kommt. In der DVG-Liste werden die Anwendungskonzentrationen der Produkte aufgeführt. Sie gelten grundsätzlich für eine Aufwandmenge der Gebrauchslösung von 0,4 Liter pro m².
Diese kann mit verschiedenen Verfahren durchgeführt werden:
- Rückenspritze - jedoch nicht empfehlenswert Durch die Verwendung einer Rückenspritze mit einem Behälterinhalt von 10 Liter Lösung können nach DVG ( 0,4 Liter/m² ) nur 25 m² behandelt werden. Wegen der feinen Nebeldüsen werden die Flächen mit zu wenig Desinfektionslösung besprüht.
- Hochdruckreiniger Hierbei ist auf die genaue Dosierung zu achten. Viele Hochdruckreiniger mischen fehlerhaft. Eine bessere Lösung ist die Anmischung einer fertigen Gebrauchslösung in einem 200 Liter-Fass. Bei der Desinfektion sollte mit vermindertem Druck ( max. 5 bar. Arbeitsdruck ), einer reduzierten Förderleistung ( max. 10 bis 15 Liter/Minute ), großen Tropfen und breitem Sprühkegel gearbeitet werden.
- VETEC-Desinfektionsspritze Die VETEC-Desinfektionsspritze besteht aus einem 2,5 Liter fassenden Behälter für die Aufnahme von Desinfektionsmittel, einem Schlauchanschluss mit ¾ Zoll-Schnellkupplung mit Wasserstopp sowie farblich zugeordneten Düsen im Ansaugschlauch des Vorratsbehälters. Nach dem Anschluss an die Wasserleitung mit einem Druck zwischen 3 und 6 bar lassen sich Desinfektionsmittel 3 bis 4 m weit ausbringen. Durchflussmenge von 10 Liter/Minute bei 3 bar.
Nach der Desinfektion gegenüber Viren, Pilze und Bakterien erfolgt die Desinfektion, bei Problemfällen, gegenüber Endoparasiten. Diese Desinfektionsmaßnahme erfolgt auf die trockene Stallgrundfläche und der Wandfläche ( im Tierbereich ) mit speziell geprüften Desinfektionskonzentraten, antiparasitäre Wirksamkeit, DVG-Liste unter Spalte 8 a und 8 b.
Bei allen Desinfektionsmaßnahmen ist auf eine gründliche Ausbringung zu achten, unter Einbezug der Temperaturen.
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